| Ueli ist wirklich ein toller Gastgeber! Er fragt kurz, ob wir hier oder da schon mal waren und sobald wir verneinen, sitzen wir zu dritt in seinem "Flitzer" und düsen davon. Den Sonntag nach der "Mardi Gras" Parade verbringen wir mit Sightseeing am Darling Harbour, Mittagessen in Chinatown und einem Stadtspaziergang. Für die nächsten Tage muss Ueli geschäftlich weg und er überlässt uns netterweise so lange seine Wohnung. Monique und ich können derweil ein bisschen "wohnen" üben. Nachdem wir unsere Website aktualisiert, den Posteingang unseres E-Mail Programms abgearbeitet und Sydney vom "Pylon Lookout" der "Harbour Bridge" aus bestaunt haben, gibt es wieder einmal etwas zu feiern: Monique hat Geburtstag! Leider hat sich meine Herzallerliebste eine starke Erkältung eingefangen, Schnief, Schnupf und Hatschi begleiten uns den ganzen Tag. Im Powerhouse Museum besuchen wir die "Lord of the Rings" Ausstellung, wo Devotionalien und Memorabilia in Form von Zeichnungen, Filmrequisiten und Originalkostümen aus den gleichnamigen drei Filmen zu bestaunen sind. Kurze Videos erklären die einzelnen Ausstellungsstücke. So manch eingefleischter Fan würde wohl seinen rechten Arm hergeben, um so ein Ausstellungsstück zu kriegen.
Vor dem Museum treffen wir uns mit Moni und Roli, welche auf der Durchreise nach Brisbane sind und einen Zwischenstopp in Sydney machen. Auch sie haben etwas zu feiern sie haben einen Käufer für Ihr Auto gefunden. Nach einem anständigen Aperitif gehen wir gemeinsam speisen und geniessen einen schönen Abend beim Italiener in "The Rocks". Happy Birthday!
Gemeinsam mit Ueli fahren wir zum Abschluss noch ein bisschen ins Grüne. Da Ueli auch stolzer Besitzer eines Toyota Land Cruisers ist, führt er uns über ein paar nette 4x4 Strecken durch die "Blue Mountains" und ein idyllisches Tal nach Newnes. Ein herrlicher Platz, wunderbar warmes Wetter und keine störenden Insekten. Ich mache Feuer, spanne die Hängematte und schon kurze Zeit später brutzeln frische Shrimps auf dem Grill. Ein schönes Stück Rinderfilet mit gebackenen Kartoffeln bildet den Hauptgang und mundet ungemein! Gemütlich sitzen wir noch stundenlang um das Feuer herum, beobachten einen Wombat beim grasen und erfreuen uns an diesem herrlichen Abend.
Zurück in Lilydale, Melbourne, statten wir Sue und Ron, alte Freunde von Moniques Eltern und vor über dreissig Jahren aus England eingewandert, einen kleinen Besuch ab. Wir hören die eine oder andere Immigrantengeschichte, erhalten einen Einblick in die Kunst des Uhrenreparierens, kriegen erklärt, warum Rover die besten Autos der Welt baut, machen eine Rundfahrt durch die Dandenong Ranges und ich finde bei Ron eine nie versiegende Quelle von Guinness Bier. Cheers! Am Dienstag den 22. März haben wir um 09:00 Uhr einen Termin beim Hafendepot, wo unser treuer Osito in einen Container verpackt wird. Wir sind pünktlich zur Stelle, die Packer sind auch da, aber ein Zollbeamter, welcher unsere Papiere abstempeln sollte, fehlt. Ein kurzer Anruf bei unserem Agenten bestätigt, dass er vergessen hat, dies zu organisieren. Zuerst heisst es "Morgen wiederkommen", aber der Agent schafft es doch noch, einen Zöllner für 14:00 Uhr aufzubieten. Mit etwas Verspätung trifft dieser ein und eine Minute später ist der Papierkram erledigt, das Carnet de Passage ist abgestempelt. Das Bepacken ist im Gegensatz zu Chile hier kein Problem. Da Osito mit dem Reserveradhalter auf dem Dachträger genau zwei Zentimeter höher ist als die Containereinfahrt, müssen wir etwas Luft aus den Reifen lassen. Schon ist das Auto drin. Die Packer haben nagelneue Seilzüge zur Hand und verzurren alles im Handumdrehen. Ein paar Bretter zur Sicherung der Räder hingenagelt und nach nur dreissig Minuten ist der Container bepackt, verschlossen und versiegelt. Wir rufen ein Taxi, um zum nächsten Bahnhof zu fahren, doch dauert es länger als das Bepacken des Containers, nämlich ganze 45 Minuten, bis sich die gelbe Kiste endlich blicken lässt...
Die letzten Sightseeingtouren führen uns ins Immigration Museum, über den Federation Square und hinauf ins Observation Deck, von wo wir einen letzten Blick über Melbourne werfen können.
Zurück in Upwey, verbringen wir die letzten Tage in Australien bei Moniques Verwandtschaft. Wie es sich für richtige Schweizer und Freunde von heidnischen Bräuchen gehört, färben wir, genauer gesagt Monique, brav Ostereier, damit wir alle am Ostersonntag dutzendweise Eier "tütschen" und verspeisen können. Das endet natürlich damit, dass uns die Dinger nachher fast zu den Ohren herauskommen.
Dienstag, der 29. März 2005. Vor exakt zweiundzwanzig Monaten sind wir in Bern gestartet, auf den Tag vor zehn Monaten sind wir in Australien gelandet und heute Nacht verlassen wir diesen Kontinent wieder, die Zahl 29 verfolgt uns. Jetzt heisst es eigentlich nur noch Abschied nehmen. Naica und Peter, welche noch grosse Pläne haben, verabschieden sich nach einer grossen Kanne Kaffee und wir versprechen uns wiederzusehen. Viel Glück euch beiden! Goodbye Australia, es war schön und wir sind raus... |
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