| Nach den kurzen Ferien auf dem Bauernhof zieht es uns weiter Richtung Norden. Townsville besichtigen wir im Schnelldurchgang und fahren weiter nach Mission Beach, wo wir übernachten wollen. Am dortigen Strand steht eine Kokosnuss-Knack-Maschine. Ja, wer hätte das gedacht, ich knacke gleich mal eine Kokosnuss, lecker! Der weisse Sandstrand und das blaue Meer laden zum schwimmen ein, aber die riesigen Hinweisschilder mit Quallenwarnungen und Essigflaschen zur ersten Hilfe bei Quallenkontakt schrecken uns dann doch eher ab. Hier soll ein guter Ort sein, um Helmkasuare zu sehen, eine dem Emu verwandte seltene Laufvogelart mit einem Helm aus Horn auf dem Kopf. Überall sind Hinweis- und Warnschilder, wir sehen hier aber ausser komischen Vögeln (Rastaman) keine Tiere. Auf dem weiteren Weg nach Cairns, haben wir aber in den Atherton Tablelands das grosse Glück doch noch einen Helmkasuar (engl. Cassowary) anzutreffen. Vom Wasserfallsightseeing gesättigt fahren wir die Strasse entlang, da kreuzt ein Helmkasuar unseren Weg. Kurz gebremst und Fotoapparat gezückt, schauen wir diesem Einhorn der Vogelwelt gebannt zu, wie es durch die Büsche zieht. Am Lake Barrine machen wir am Morgen darauf eine kleine Bootstour, wo wir leider nicht viel von den angepriesenen Tieren sehen. Der Bootsführer erzählt vor allem Anekdoten und fährt zu schnell herum, weshalb man eigentlich kaum etwas sieht. Kuranda ist wohl der touristische Hauptort der Tablelands, was sich in einer Flut von Souvenirshops und künstlich installierten Attraktionen manifestiert. Es gibt hier neben eine Dampfeisenbahn nach Cairns auch eine Gondelbahn über die Hügel (verbindet zwei Haltestellen der Eisenbahn), drei Zoos und was weiss ich wie viele Restaurants. Ja, was solls, wir fahren nun nach Cairns, wo uns Daniela und Fredy erwarten. Die zwei sind gute Freunde von unseren lieben Berner Reisefreunden Daniela und Martin (Flohtours) und haben uns eingeladen bei ihnen zu wohnen, solange wir in Cairns sind. Daniela begrüsst uns strahlend und zeigt uns ihr Reich. Die beiden sind letztes Jahr nach Australien eingewandert und seit kurzer Zeit stolze Besitzer eines Hauses mit Garten in einem Vorort von Cairns. Als Fredy von der Arbeit kommt, gibt's dann erst mal Kaffee und Cremeschnitten (!) bevor am Abend St. Gallerbratwürste (!!!) vom Grill serviert werden! Wir schliessen die beiden sofort ins Herz und geniessen jede Minute. Die Zwei verwöhnen uns richtig und so fällt es umso schwerer wieder abzureisen. So wird die Abreise auch mal verschoben… Es gibt viel zu erzählen und zu plaudern, wir gehen gemeinsam ins Kino, kriegen von Daniela die Haare geschnitten, von Fredy Ratschläge für Auto und erhalten haufenweise Reisetipps, da die zwei Australien insgesamt 1 ½ Jahre bereist haben. Als wir dann weiterziehen wollen, kommen wir kaum in Gang, aber so ist das nun mal auf einer Reise. Immer wieder trifft man tolle Menschen und muss sie wieder verabschieden. Die Karawane zieht weiter. Liebe Daniela, lieber Fredy, danke für die tollen Tage bei Euch! Viel Glück! A propos tolle Menschen. Wir müssen ja weiter, da wir mit Moni und Roli abgemacht haben, welche jetzt in Wonga Beach auf uns warten. Gemeinsam mit den beiden wollen wir Cape York erkunden. Unser Kühlschrank, die Vorratskisten und alle Tanks sind gefüllt und so trudeln wir am Abend des 22. August 2004 in Wonga Beach ein. Schon geht es wieder weiter mit schweizerdeutsch. Wir besprechen die Route und werden uns schnell einig, wir fahren nach Norden, ist ja logisch. Wir haben haufenweise Räuber- und Abenteuergeschichten von dieser Strecke gehört und so sind wir alle gespannt wie es werden wird. Da die Australier immer so ein Aufhebens machen, wenn sie irgendwo hinfahren, vor allem ins Cape York, muss für die anstehende Tour ein Name gefunden werden und so einigen wir uns auf: "NPA Extreme Challenge 2004" (NPA = Nördlichster Punkt Australiens / Northernmost Point of Australia) 23. August 2004: Wir starten die Motoren und es geht los. Cape Tribulation ist schnell erreicht und wir machen uns an den Bloomfield Track, welches eine schöne Schotterpiste durch den Regenwald ist, welche als "4WD Only" (nur mit Allradfahrzeug zu befahren) ausgeschildert ist. Wir finden nicht heraus warum dies so ist. O.K. zwischendurch ist es ein bisschen steil, aber da braucht man eher PS und nicht Allrad… Cooktown erreichen wir am nächsten Tag, wo wir uns mit aktuellen Informationen zum Cape York eindecken und letzte Besorgungen machen, bevor wir in den Lakefield NP fahren. Am späten Nachmittag erreichen wir den Nationalpark und finden am 6 Mile Waterhole einen wunderbaren Übernachtungsplatz. Moni und Roli haben heute ihren zweiten Hochzeitstag und so kochen wir den beiden zur Feier des Tages ein Szegediner Gulasch, machen ein nettes Lagerfeuer und gehen im Dunkeln mit der Taschenlampe auf Tierjagd. Bei der nächsten Rangerstation fragen wir wo es Salzwasserkrokodile zu sehen gibt. Die Rangerin erklärt uns genau wo wir hingehen müssen und als wir an besagter Stelle stehen, sehen wir den 5 Meter Brocken am gegenüberliegenden Ufer treiben. Er ist zwar etwas weit weg, aber das ist wohl besser so. Schlecht für Fotos aber gut für die Gesundheit. Kurz darauf legt er sich an den Strand und wir sehen das Tier in voller Grösse. Es ist schon etwas anderes, so ein Krokodil in freier Wildbahn zu sehen. Im Zoo sind sie ja auch schon beeindruckend, aber das ist doch ganz was anderes. Seerosenbewachsene Lagunen und Termitenhügel prägen das Bild des Nationalparks. Auf dem weiteren Weg durch den Park halten wir bei riesigen Termitenhügeln und finden im Spinifexgras einen Waran, welcher sogleich in Kampfstellung geht, als wir ihm uns nähern. Auch sonst ist es lohnend genauer hinzusehen, finden wir doch an den Termitenhügeln so manch anderes Getier. So ist vor allem die Stabschrecke (Stick Insect) ein echter Hingucker! Nach dem Lakefield NP geht's wieder auf die Hauptstrecke weiter nach oben. Um zur Spitze der Cape York Halbinsel zu gelangen, fährt man zuerst auf der Penisula Development Road und zweigt dann ab auf die Old Telegraph Road. Die Peninsula Development Road führt von Cairns nach Weipa und ist grösstenteils eine gut befestigte breite Schotterpiste, welche zumeist Wellblech ist. Die Old Telegraph Road ist zur Hälfte Wellblech und zur anderen Hälfte zum Teil sehr ausgewaschene Geländepiste mit einigen Flussdurchquerungen, welche in der Regenzeit unpassierbar sind. Dieser zweite Teil kann komplett über zwei Umfahrungsstrassen (Southern und Northern Bypass Road) bewältigt werden, so dass man in der Trockenzeit eigentlich mit jedem gewöhnlichen Fahrzeug bis ganz hinauf fahren kann. Das Hauptproblem ist das Wellblech. Wenn die Piste wie Wellblech ist, dann gibt es so eine magische Geschwindigkeit, bei welchem man sozusagen über die Kuppen des Wellblechs fliegt. Das heisst, das das Auto nicht mehr extrem holpert und rattert, sondert "nur" noch vibriert. Dummerweise ist diese magische Geschwindigkeit meistens über 80 km/h, was saugefährlich ist. Wenn man auf Schotter in Wellblechform bei 80 km/h voll bremsen oder schnell ausweichen muss, dann passiert folgendes: Entweder das Auto rutscht einfach weiter geradeaus und wird langsamer, oder es driftet langsam auf die Seite, bis es irgendwo dagegen trifft, was in einem Überschlag enden kann. Man kann also nur begrenzt manövrieren und muss sehr behutsam lenken und bremsen. Will man langsamer fahren, so muss man mit ca. 10 km/h juckeln. Dazwischen geht das Auto kaputt und man dreht von dem Gerassel durch. Solange nun die Strecke geradeaus geht und breit genug ist, fährt man 80 km/h mit höchster Konzentration und sonst 10 km/h, sehr anstrengend. Wir fahren also erst mal 200 km Wellblech (Prrrrrrprrrrrrprrrrrr…) bevor wir nach dem Archer River Roadhouse Richtung Iron Ranges Nationalpark abzweigen. Noch mal 130 km Wellblech folgen (Prrrrrrprrrrrrprrrrrr…). Die Aussicht am Ende entschädigt. Der wunderbare Strand ist zwar auch hier nichts zum baden, Quallen und Krokodilwarnungen, aber was soll's. Nördlich des 20. Breitengrades - Salzwasserkrokodile sind auch in Süsswasser bis 300km Inland zu finden - ist in Australien Baden eher was für Lebensmüde. Zum Abendessen gibt's heute St. Galler Bratwürste und Cervelat von Grill (in Australien kriegt man fast alles) und wir geniessen das Leben in der Hängematte am Strand. Vorher gibt's zum Apéro ein Knoblauchbrot, zubereitet von Roli, was sich inzwischen schon institutionalisiert hat, da Moni und Roli Knoblibrotfans sind und uns gleich mitversorgen, ist besser sozialverträglich wenn Knoblauch im Kollektiv genossen wird. Wir sind begeistert und essen! Tags darauf machen wir kurze Spaziergänge im Regenwald und nehmen für den Rückweg auf die Hauptstrecke den Frenchman Track, eine "4WD Only" Piste. Dieses Mal wissen wir warum das so ist. Über sandige Pisten und ausgewaschene Abschnitte kommt zum ersten Mal im Cape York Off-Road-Feeling auf. Beim Pascoe River ist auch die erste als solche zu bezeichnende Flussdurchquerung. Steil geht die Piste hinunter zum Fluss, steinig und hüfttief ist der Fluss, steil und steinig geht's auf der anderen Seite wieder hinauf. Also, alles aussteigen, begutachten. Moni und Roli gucken etwas skeptisch, aber nachdem die Sache näher betrachtet wurde, schaut alles halb so schlimm aus. Ich versuche es mit Osito als erstes. Untersetzung rein und los. Ich holpere langsam zum Fluss hinunter, und lasse unser Bärchen langsam aber stetig über die Steine durch den Fluss ziehen. Unter mir blubbert es schön, aber alles ist dicht. Monique und Roli lotsen mich um die grossen Steine herum und kurz darauf bin ich am anderen Ufer. Nun mit Gas die Piste über die Steine wieder hoch und schon ist der Fluss erledigt. Für Moni und Roli ist es das erste Mal so richtig Off-Road fahren und dann gleich das volle Programm! Die Zwei meistern dies aber bravourös und Roli führt auch ihren Toyota sicher ans andere Ufer. Beim Hochfahren rutscht der Wagen ein bisschen ab und sitzt mit der Hinterachse auf einem Stein fest. Mit Hilfe des Toyota Wagenhebers ist dieses Problem sofort behoben, Achse hoch, Steine unter die Räder, Achse runter, wegfahren. Kein Problem. Waren Moni und Roli bis hierhin jeweils noch etwas angespannt beim Off-Roaden, so ändert sich dies ab hier schlagartig. Moni kann nun auch bei grösster Schräglage gemütlich ein Buch lesen, während Roli in bester Mantafahrer-Manier mit angewinkeltem Ellbogen aus dem Fenster manövriert. Umgekehrt geht das genau so gut. Am Strassenrand vor der Flussdurchquerung finden wir einen Rucksack, in welchem zwei Italienische Pässe, Kreditkarten, Bargeld und Esswaren drin sind und anscheinend vergessen wurden. Da hier nicht gerade viel Verkehr herrscht, hinterlassen wir eine Notiz an der Stelle, nehmen den Rucksack mit und haben vor, ihn beim nächsten Roadhouse zu deponieren. Die Strecke führt weiter durch den Regenwald, viel Sand und zum Teil stark ausgewaschene Passagen. So stellt man sich den Cape York Trip vor! Man muss es aber ein bisschen suchen. Wir kreuzen am späten Nachmittag ein paar Fahrzeuge, welche noch bis an den Strand wollen, was uns sehr ehrgeizig erscheint, sind wir doch schon seit vier Stunden unterwegs. Die Rentner in ihren teuren Toyotas erzählen uns von schwierigen Flussdurchquerungen, welche noch zu bewältigen seien. Interessanterweise wissen wir noch heute nicht, welche Flussdurchquerung sie gemeint haben, es gab zwar schon Passagen durch ein Flussbett, aber im Vergleich zum Pascoe River nicht der Rede wert. Die haben sicher viel Spass am Pascoe River gehabt. Kurz darauf kreuzen wir noch mal ein Auto, von wegen wenig Verkehr, und da fragt uns ein Australier, ob wir einen Rucksack gesehen haben. Wir bejahen und neben ihm leuchtet das Gesicht von Daniele, dem italienischen Besitzer des Rucksacks, auf! "Ahhh, si? Tante grazie! Que fortuna!" Er ist ausser sich vor Freude. Gestern seien sie mit ein paar anderen per Autostopp die Strecke gefahren und haben bei der Flussdurchquerung ihren Rucksack liegen lassen. Leider haben sie es erst am Abend beim Roadhouse gemerkt und so ist er heute mit einem Arbeiter die Strecke wieder zurückgefahren, in der Hoffnung der Rucksack sei noch da. Nun ja, ihm fällt ein Stein vom Herzen. Bei Moni und Roli kann er hinten gemütlich Platz nehmen und so fahren wir gemeinsam zur Moreton Telegraph Station, wo seine Freundin Jasmine kaum glauben kann, dass er schon wieder samt Rucksack zurück ist. In Moreton kriegen wir noch mal aktuelle Informationen bezüglich der Weiterfahrt auf dem Old Telegraph Track, was unter die Rubrik "wenn ihr den Frenchman gefahren seid, dann ist alles andere ein Kinderspiel" fällt. Ausser natürlich dem Gunshot Creek, der sei nur für Verrückte. So ist es auch. Bei Bramwell würde die Southern Bypass Road abzweigen, die fahren wir dann auf dem Rückweg, wir bleiben auf dem Old Telegraph Track. Tatsächlich ist dieser ähnlich wie der Frenchman Track und so tuckern wir langsam über die löchrige Holperpiste. Hier merken wir erst so richtig, wie toll das neue Fahrwerk arbeitet, welches wir in Melbourne montiert haben. Das Auto verschränkt wunderbar und schüttelt uns nicht mehr so durch wie in Südamerika. Eine wahre Freude. Den Gunshot Creek kann man umfahren, was wir in weiser Voraussicht auch tun. Auf der anderen Seite fahren wir dann das Stück auf der Hauptstrecke zurück, um uns diesen Fluss trotzdem anzuschauen. Eigentlich ist es nur ein Rinnsal, aber das Problem ist nicht der Fluss, sondern das Ufer. Es geht einfach drei Meter senkrecht hinunter. Man müsste also sein Auto mit der Winde herunterlassen und würde dann trotzdem noch aufsitzen. Leider ist gerade niemand da, der sein Glück versucht, was angeblich ein Riesenspektakel sei. So manche Kiste wurde hier zerbeult. Am Abend erreichen wir die Elliot Falls und haben den Old Telegraph Track somit erfolgreich befahren. Ausser einem Riss im Zusatztank, welchen ich mit Hilfe von Kernseife, Sand und einer schicht Polyurethan provisorisch abdichten kann, gab es keine Probleme, aber dafür ein Knoblibrot von Roli. Den restlichen Teil des Old Telegraph Tracks fahren wir nicht mehr, da nur noch ein kurzes Stück fehlt, welches dann vor dem Jardine River endet. Dort ist der Fluss nicht passierbar. Es gibt eine Fähre, aber die erreicht man nur über die Northern Bypass Road. Anderntags führt uns der Weg also über eine frisch gewalzte (kein Wellblech) Strasse zur Jardine River Fähre. Diese Fähre ist wohl ein Symbol für die Uneinigkeiten zwischen den Aboriginies und den Einwanderern. Die Fähre gehört den Aboriginies und sie verlangen für die 50m Flussüberquerung A$ 88.-! Ja, wenn man da hoch will, dann muss man da 'rüber. Und im Fluss sind Krokodile. Ich würde sagen, das ist wohl die teuerste Fähre, die es gibt. Muss man den Jungs ja lassen, auf den Kopf gefallen sind sie hier nicht! Von hier aus sind es dann nochmals ein paar Kilometer Wellblech bis Bamaga und dann noch etwas mehr schlimmes Wellblech (Prrrrrrprrrrrrprrrrrr…) bis nach Punsand Bay, einem wunderschönen Strandcamping - absolutes Schwimmverbot, Krokodile. In diesem Land ist einfach nicht gut schwimmen. Lasst Eure Badehose zu Hause, wenn Ihr mal hierher kommt. Am Abend gibt's Knoblibrot und Raclette! Wir schlafen lange aus, Frühstücken ausgiebig und dann noch ein paar Kilometer weiter über Prrrrrrprrrrrrprrrrrr, ein kurzer Fussmarsch und wir haben es geschafft! "The Tip" Der nördlichste Punkt des Australischen Festlandes! NPA Extreme Challenge 2004 ist erfolgreich! Der Moment wird natürlich gebührend festgehalten (Fotofoto), wir gratulieren uns gegenseitig und klopfen uns selber auf die Schultern. Nun, wenn man in eine Sackgasse fährt muss man ja auch wieder zurück. Das bedeutet im Falle von Cape York 500km Wellblech (haufenweise Prrrrrrprrrrrrprrrrrr und zwei mal Knoblibrot) bis zurück nach Musgrave. Von da kann man dann wieder Alternativen fahren, was wir auch tun. Wir wollen ja nicht zurück nach Cairns, sondern zum Lawn Hill NP, weiter östlich. Es gibt eine Abkürzung von Musgrave nach Dunbar, welche aber nicht immer befahrbar ist, weil es kurz vor Dunbar eine sandige Flussdurchfahrt gibt. In Musgrave sind sie aber nicht sehr hilfreich und schlecht informiert, also verlassen wir uns auf Hörensagen von anderen Leuten und probieren es einfach. Die Strecke ist sehr interessant und ohne schlimmes Wellblech. Ein entgegenkommendes Fahrzeug bestätigt uns, dass der Fluss kein Problem sei, sondern momentan sogar über eine Brücke verfüge. Da man aber auf solchen Pisten oft nicht mehr als 25-30 km pro Stunde macht, übernachten wir unterwegs bei Knoblibrot und Sternenhimmel. Wir fahren den ganzen Tag bis Normanton und noch mal einen ganzen Tag bis Gregory Downs, kurz vor Lawn Hill NP. Der Lawn Hill NP wurde uns von vielen Leuten empfohlen und wir werden auch nicht enttäuscht. Wir verbringen den ersten Tag mit Hängemattenleben und einem Abendspaziergang durch den Park, wo wir eine tolle Aussicht geniessen können. Am zweiten Tag mieten wir ein Kanu und erkunden die hiesige Schlucht. Wunderbar, wie sich der Fluss zwischen den Steilen roten Felssteilwänden windet! Moni und Roli entdecken sogar ein Süsswasserkrokodil, was uns leider verborgen blieb. Durch die Abgeschiedenheit und limitierte Platzzahl auf dem Campingplatz ist dieser Park ein echtes Juwel, welches noch nicht völlig dem Massentourismus zum Opfer gefallen ist, was wir noch zur Genüge feststellen werden. Tags darauf ziehen wir weiter Richtung Mount Isa. Nochmals eine gehörige Portion Prrrrrrprrrrrrprrrrrr und ein eigenartiger Geruch im Auto bringt mich dazu einen Stopp einzulegen. Vorne tropft etwas, der Kühler leckt. Da ich wegen dem Riss im Tank unterwegs Dichtmasse gekauft habe, kann ich das Leck gleich an Ort und Stelle mit dem Zeugs abdichten, was auch bis Mount Isa hält. Mount Isa ist gemäss Guinness Buch der Rekorde die grösste Stadt der Welt. Flächenmässig auf jeden Fall. Bei einer Einwohnerzahl von ca. 24'000 beträgt die Fläche ca. 41'000km², was in etwa der Fläche der Schweiz entspricht! Hier besorgen wir die nötigen Reparaturen an Kühler und Tank, füllen unsere Vorräte wieder auf, gehen wieder mal ins Kino und bereiten Osito für den Trip in die Simpson Desert vor. Wir trennen uns hier nach fast drei Wochen gemeinsamem Reisens von Moni und Roli. Zum Abschied fahren wir in den Irish Club von Mount Isa und verbringen einen lustigen Abend bei Burger und Bier. Da wir aber eine ähnliche Route haben, werden wir uns noch ein paar Mal unterwegs über den Weg fahren… Bis gli, s' het gfägt mit Euch und d' Chnoblibrot si guet gsi! |
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