8. - 18. April 2004: Urlaub im Urlaub, Ostern mit vielen Reisefreunden

(Sascha)

Cordoba liegt hinter uns und Mendoza ist unser Ziel, wo wir Marcel und Doris samt Hund Yukon (die Ostermanns, uns verbinden inzwischen gemeinsame Aufenthalte auf Valdés, Feuerland und der Antarktis) nochmals treffen wollen. In Mendoza angekommen, suchen wir, nachdem wir den ganzen Tag gefahren sind, die Campingplätze ab und finden die zwei nirgends. Dafür treffe ich Nicole an, eine Schweizerin, welche inzwischen allein mit Ihrem VW-Bus unterwegs ist. Wir haben sie im Dezember in Puerto Natales kennen gelernt, als sie noch mit ihrer Freundin Alex unterwegs war. Nach einem kurzen "Hallihallowiegehtswasmachstdu" steht fest, dass sie auch noch ein paar Tage in der Gegend bleibt und wir uns sicher noch mal sehen werden, was dann auch so sein wird.

Dank kurzem Blick in unser E-Mail wissen Monique und ich auch schon bald Bescheid, wo sich die Ostermanns befinden. Wie es sich für uns gehört, treffen wir schon lange nach dem Eindunkeln auf dem beschriebenen Campingplatz ein. Nach einer stürmischen Begrüssung drücken uns die beiden ein Geschenk in die Finger. Das sei unser neues GPS, meinen sie augenzwinkernd. Cool! Ein in Holz eingefasster Minikompass. Merci viel mal! Es wird bis spät in die Nacht hinein geplaudert.

An diesem Oster-Wochenende findet in Mendoza das südamerikanische 2CV- oder Ententreffen statt, nur hier nennt man die Kisten "Rana" (Frosch). Als Stützpunkt dient dieser Campingplatz östlich von Mendoza und so erleben wir am nächsten Tag, was es bedeutet, wenn man einen Frosch fährt. Die Jungs und Mädels zeigen was sie haben. Restaurierte, frisierte, verbeulte, frisch lackierte, vergammelte und was weiss ich noch was für welche 2CVs. Es gibt einen Rundkurs zu bewältigen, welcher von den mit 18PS "kräftig" motorisierten Eierkutschen mehr oder weniger rassig abgefräst wird. Highlight ist wohl aber Walter, ein deutscher aus Paraguay, und seinem Kumpel Eckhard, extra aus Deutschland angereist um mit Walter herzufahren. Walter ist stolzer Besitzer einer Safari Ente. Die Kiste ist so etwas wie die französische Antwort auf 4x4, 2x2x2x2. Zwei Motoren, einer vorn und einer hinten. Kult!

Gemeinsam mit den Ostermanns verbringen wir diesen Samstag nebst Entengucken auch noch mit Einkaufen und fröhlichem Ostereierfärben. Ein Spass wie in Kindertagen! Am Abend schmeissen wir den Grill an und ich brate mit ein bisschen Wehmut wohl zum letzten Mal in Argentinien 700g Rinderfilet für Monique und mich.

Ostern mit Ostermanns folgt dann am Sonntag, wo Ostermanns von uns versteckte Osterhasen finden müssen. Danach essen wir so viele Ostereier, dass einem fast schlecht wird. So muss Ostern sein. Es werden nur die heidnischen Bräuche zelebriert!

Es folgt ein Sonntagsspaziergang im Park von Mendoza, bevor wir uns zum Fünf-Uhr-Tee ins Park Hyatt im Stadtzentrum begeben. Es gibt dort für 16 Peso (ca. 8.- SFr.) ein "Iss-was-Du-kannst" Buffet, welches eigentlich nur aus unglaublich unanständig leckeren Süssigkeiten besteht. Das soll den Ostersonntag so richtig abrunden. Marcel gibt trotz seines Rufs als nimmersattes Schleckmaul – er lässt sich regelmässig Manner-Schnitten aus Österreich schicken - frühzeitig auf, da er den strategisch schlechten Fehler beging, zu dem ganzen Berg Süssen auch noch Trinkschokolade zu bestellen. Ihm ist nun schlecht und er staunt, dass Monique immer noch futtert, sie ist die Königin der Kuchen. Was ich alles zusammengefressen habe, darüber sprechen wir erst gar nicht, mein Saumagen ist schon fast berüchtigt. Als das Schlemmen beendet ist, machen wir noch einen kurzen Abstecher in das Casino im Hotel. Marcel spielt ein bisschen Roulette und drückt nach einem kleinen Gewinn jedem von uns einen Chip in die Hand und meint, wir sollen unser Glück versuchen. Ich setze auf die Dreizehn. "Nichts geht mehr. Dreizehn!" Juhu, gewonnen! Aus fünf Peso wurden hundertfünfundsiebzig. Nichts wie raus hier, bevor das Geld wieder verspielt wird.

Mit vollen Bäuchen ziehen wir zum Camping Suizo nördlich von Mendoza, wo wir den Tag mit Whisky zwecks Verdauungsförderung beschliessen.

Die nächsten Tage verbringen wir, nachdem Nicole sich auch zu uns gesellt hat, mit einem Besuch im Parilla-Restaurant, finanziert dank Roulettegewinn, Shopping, nochmaligem Besuch im Hyatt zum "Tee", Nicole war ja noch nicht da, und langen Klatsch- und Tratschrunden auf dem Campingplatz.

Am Mittwoch verabschieden wir unsere Freunde Marcel, Doris und Yukon, da sie weiter nach Norden wollen. Wenn alles klappt, treffen wir sie in Australien wieder (aber wohl ohne Hund Yukon, australische Quarantänebestimmungen), da auch bei ihnen dies als nächster Kontinent ansteht. Gute Reise, bis bald!

Mit Nicole ziehen wir durch die Stadt, gehen Essen und als wir spät in der Nacht auf den Campingplatz zurückkehren, steht da der Truck von Gunilla und Wilfried. Wie haben denn die uns gefunden? Sie sind aber schon zu Bett gegangen. Neben Osito steht dann auch noch das Auto von Vera und Jochen, welche sogar noch wach sind. Ausser mit den Ostermanns haben wir uns mit niemandem abgesprochen und alle anderen sind zufällig hier vorbeigekommen. Unglaublich. Planen kann man so etwas nicht. Wir freuen uns riesig, alle noch mal zu treffen, bevor wir diesen Kontinent verlassen werden.

Es folgen weitere Tage voller Plauderstunden, einem dritten Besuch im Hyatt zum "Tee", gemeinsamem Schlemmen bis dann am Samstag alle ausser Nicole wieder abgereist sind. Adios Gunilla und Wilfried, Adios Vera und Jochen, wir sehn' uns hoffentlich in der Heimat wieder!

Am Sonntag beenden dann auch wir unseren Aufenthalt in Mendoza und verabschieden uns von Nicole, welche vielleicht bald mit der Grimaldi zurück nach Europa verschifft, oder nicht? Aber das ist eine andere Geschichte…

Der letzte Grenzübertritt in Südamerika steht an. Es ist der gleiche Grenzübergang wie beim letzten Mal, nur diesmal ist es die integrierte Zollstation auf chilenischer Seite. Es verläuft etwa gleich lächerlich, weshalb ich mir weitere Erklärungen spare. Auf dem Pass sehen wir ein Auto mit Schweizer Nummernschilder aus Fribourg, Fidibus steht auf dem Auto. Wir bleiben kurz stehen und lernen Bea und Rolf kennen, die beiden organisieren Touren durch Südamerika. Bei ihrem Auto hat sich soeben die Zylinderkopfdichtung verabschiedet und nun stehen sie hier auf über 3000m.ü.M. und warten im Niemandsland auf den Abschleppdienst.

Am Sonntagabend sind wir in Santiago. Hier wollen wir die Flugtickets nach Australien abholen, Flüge nach Ecuador buchen, die Verschiffung von Osito bezahlen und mein australisches Visum beantragen (siehe Reisebericht "Sisyphus oder wie man ein australisches Visum bekommt"). In zwei Tagen ist alles erledigt oder in die Wege geleitet und wir machen uns auf nach Valparaiso.

fotoalben