11.- 16. Dezember 2003: Ein Wanderversuch im NP Torres des Paine

(Monique)

Nach dem Gletscher, zu welchem wir in ein paar Wochen unbedingt nochmals zurückkehren wollen, passieren wir abermals die chilenisch/argentinische Grenze und fahren nach Puerto Natales. Dieser, an einem Fjord gelegene Ort, ist Ausgangspunkt zum 160 km weit entfernten NP Torres del Paine. Der Park ist bekannt für seine schöne Berg-, Seen- und Gletscherwelt und seine zahlreichen Wandermöglichkeiten. Auch wir wollen wieder einmal zu Bewegung kommen und nehmen uns eine mehrtätige Wanderung vor. Also decken wir uns hier noch mit Lebensmitteln ein, denn uns wurde gesagt, dass es im Park nichts Gescheites zu kaufen gäbe, was sich auch bewahrheitet. Im Nationalpark logieren wir auf dem Campingplatz bei der Hosteria Las Torres, welcher quasi das Basiscamp ist für die bekanntesten Wanderungen. Unsicher studieren wir die Wanderrouten, haben wir doch keine Ahnung, was wir uns denn zumuten könnten: Es gibt den Circuito, eine 7-tägige Wanderung um das Bergmassiv oder dann das W, welches zum Mirador der Torres, ins Valle Francés und zum Lago Grey führt und ca. 5 Tage dauern soll. Beide scheinen uns, in Anbetracht unseres Fitnesszustandes, zu lange und wir beschliessen das selbsternannte U zu machen: Mirador und Valle Francés. Stundenlang packen wir (vor allem ich) die Rucksäcke: Schlafsack (füllt, da Winterausführung und Kunststoff, schon den halben Rucksack), Food, Kocher, Schlafmätteli, Zelt und Kleider. Phu, das sind aber ganz schön schwere Packen. Das Zelt alleine wiegt schon 4,5 kg! (welches uns freundlicherweise Team Österreich1) ausgeliehen hat.

Am nächsten Morgen starten wir frohgemut bei wunderbarem Sonnenschein die Wanderung. Sehr schnell führt der Weg ziemlich steil den Berg hinauf. Im Reiseführer steht, dass die Wetterverhältnisse sehr schnell ändern können (was in den Bergen ja nicht unüblich ist) und so scheint es auch heute der Fall zu sein. Nach zwei Stunden Wanderung kommen heftige Winde auf und Eisregen setzt ein. Wir sind froh, als vor uns das Refugio El Chileno auftaucht und wir uns in der Cafeteria wärmen können. Nachdenklich schauen wir ins Tal hinauf, welches sich grau und unfreundlich präsentiert. Nach zwei Stunden bessert sich das Wetter zum Glück und wir können weiter gehen. Diese Wanderung zum Mirador kann man in einer ca. 7-stündigen Tageswanderung erledigen. So überholen uns viele mit leichten Rucksäcken, während wir unser schweres Gepäck den Berg hochschleppen. Nach einer weiteren Stunde kommen wir zum Camp, wo wir unser Zelt aufstellen. Dann machen wir uns an die 45-minütige Kletterpartie zum Mirador hinauf. Oben angekommen, präsentieren sich uns die drei Torres mit (fast) keinen Wolken. Da es aber sehr kalt und windig ist und wir sowieso vorhaben, am nächsten Morgen nochmals hochzukommen um den Sonnenaufgang zu sehen, bleiben wir nicht lange oben und steigen hinab zum Camp. Auf dem Trangiakocher brutzeln wir Fertigteigwaren zum Znacht und verkriechen uns dann in die warmen Schlafsäcke.

Morgens um 04.00 bin ich hellwach. Um halb fünf beginnen wir im Dunkeln unseren erneuten Aufstieg zum Mirador. Der Himmel ist zwar bedeckt, aber man weiss ja nie, vielleicht tut es noch auf. Wow, wir stehen als erstes oben. Gerade eben sehen wir die Torres. Statt des Morgenglühens schiebt sich dann eine Nebelwand vor die Torres und die später ankommenden Touris sehen gar nichts mehr. Jetzt beginnt es noch zu schneien und das ist dann der Moment, wo Sascha und ich einstimmig beschliessen, dass wir diese U Wanderung zur I Wanderung abspecken, sprich, heute zurückkehren zum Campingplatz. Wir scheinen einfach kein Glück zu haben mit unseren mehrtägigen Wandereskapaden: Bei der Dschungeltour hat es von 5 Tagen 3 Tage geregnet, beim Inkatrail wurden wir nach 4 Tagen Plackerei mit einer Nebelwand belohnt und hier jetzt dies. Nein, das ist genug, das sind Zeichen, die man nicht unbeachtet lassen sollte ;-). Nach dreieinhalb Stunden bergab laufen und mit brennenden Füssen stehen wir später wieder auf dem Zeltplatz und beschliessen, dass wir uns nun etwas Gutes verdient haben: Plündern der Spendenkasse (Merci RTC Leute) und davon ein Besuch im SPA! Tja, und jetzt könnt ihr entscheiden was sich besser anfühlt: Abends schlotternd, mit schmerzenden Beinen und Schultern in der Kälte draussen vor dem Zelt zu sitzen oder einen Abend mit Sauna/Massage/Jacuzzi? Also für UNS ist die Sache klar….. ;-)

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