|
Nach Puerto Madryn, dem Hafenort am Eingang von Valdes, wo wir das schön aufgemachte Ecocenter besuchen, heisst das nächste Ziel Punta Tombo, wo es viele Pinguine haben soll. Unser Zeitmanagement lässt manchmal ein bisschen zu wünschen übrig und so passiert es uns heute, dass wir Puerto Madryn erst um 19 Uhr verlassen (die Sonne steht noch hoch) um die ca. 150 km nach Punta Tombo in Angriff zu nehmen. Nachdem wir für supergünstige 1.13 (ca. 55 Rp) in Trelew vollgetankt haben, versuchen wir die Abzweigung zur Küstenstrasse zu finden, die laut Karte in ein paar Kilometern kommen sollte. Aber wie das manchmal so geht, es kommt keine Abzweigung und die Sonne geht unter und wir merken, dass wir daran sind, einen riesigen Umweg über die Ruta 3 zu fahren. Um 22.45 h treffen wir in Punta Tombo ein, wo uns eine völlig verblüffte Truppe erwartet (haben nicht mehr wirklich mit uns gerechnet), welche sich für die Nacht auch hier installiert haben: Bernd + Bärbel sowie Doris + Marcel. Am nächsten Morgen stehen wir pünktlich um 08.00 h vor dem Tor, damit wir noch vor den Touristenbussen die Pinguine besichtigen können, deren Anzahl es hier, je nach Reiseführerbeschrieb, ca. 500'000 bis 2 Mio geben soll, niemand weiss das wirklich, aber es sind viele. Überall haben die Pinguine ihre Nester, sei es unter lauschigen Büschen oder in der blanken Erde in Form von Erdlöchern (werden wohl die billigeren Behausungen sein). Wie sie so herzig in der Gegend rumwatscheln sind sie zum knuddeln süss. Ganz neugierig werden wir bäugt. Der Lärmpegel ist ziemlich hoch: Da piepsen die Jungen nach Futter und die Erwachsenen schnattern und lassen ihr Brunftgejapse hören, bei welchem sie wie ein heulender Wolf den Kopf in den Nacken legen, mit den Flügeln wackeln und ein wehleidiges Geheule von sich geben. Sascha kann das wunderbar nachmachen und so heulen er und die Pinguine um die Wette. Ab zehn Uhr treffen die grossen Touristenbusse ein, was uns veranlasst diesen Ort zu verlassen. Weiter südlich, in Dos Bahias, soll es eine weitere Pinguinkolonie geben, welche weniger touristisch ist. Am Abend treffen wir dort ein und statten den hiesigen Pinguinen schon gleich mal einen Besuch ab. Sascha und ich sind die einzigen hier und wir sind wieder ganz entzückt von dieser schnatternden Schar, welche sich im Abendlicht gerade rege mit dem Produzieren der Nachkommen beschäftigt. Es geht weiter südlich nach Comodore Rivadavia, einer unspektakulären Industriestadt. Ein paar Kilometer weiter, im Balneario Rada Tilly wurde uns von den Flohtours (welche wir bis dahin immer noch nicht getroffen haben) den Camping Municipal empfohlen. Tatsächlich erweist sich dieser Campingplatz als hübsche Anlage mit windgeschützen Parzellen und heissen(!) Duschen und dies erst noch mit 50% „Discuento“ für Automobilclub-Mitglieder. So kommt es, dass die Abende wieder mit Grillgelagen ausgefüllt sind und mit interessanten Geschichten, denn mit Bernd+Bärbel, Doris+Marcel haben sich noch Gunilla und Wilfried aus D zu uns gesellt. Nach ein paar Tagen in Rada Tilly verlassen wir die Küste und fahren wieder gegen Westen zu den Anden zu. In Sarmiento machen wir einen Zwischenhalt bei den Bosques Petrificados, den versteinerten Wäldern. Umgeben von einer schönen farbigen Felslandschaft liegen die versteinerten Baumstämme in der Gegend rum. Was von weitem Aussieht wie ein normaler Holzstamm, erweist sich beim Anfassen als Stein. Der Boden ist übersäht von „Holz“-Schnitzeln. Es ist eine richtige Sinnestäuschung: was wie ein weicher Boden ausschaut, erweist sich nach genauerem Hingucken als Steinchenboden, der auch dementsprechend tönt wenn man darauf tritt. |
fotoalbum | |