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Ich habe mich extrem auf Santiago gefreut. Ich fand es auf meiner letzten Reise einfach eine tolle Stadt. So bin ich gespannt, ob es Sascha auch so gehen wird. Chile und Santiago haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Immer noch gegenwärtig ist der Militärputsch von Pinochet gegenüber der Regierung Allende’s am 11.9.73 (Chiles 09/11). Wie Allende an an diesem Tag im Präsidentenpalast, dem Palacio la Moneda, starb, bleibt wohl für immer ein Geheimnis (Selbstmord/Mord). Pinochet’s Diktatur dauerte bis 1988. Wer sich gegen die Regierung stellte „verschwand“ oder musste ins Exil. Heute ist mit Lagos der erste sozialistische Präsident seit Allende im Amt. Heute merken wir als Touristen nichts mehr von alldem. Der Monedapalast ist renoviert, die Leute sind fröhlich und vergnügt. Was auffällt ist, dass die Chilenen eher zurückhaltend sind und nicht über Politik diskutieren, was zum Beispiel die Argentinier ganz gerne tun. Heute scheint Santiago fast so was wie die Stadt der Liebe zu sein, das Paris von Südamerika. Vielleicht liegt es am hiesigen Frühling oder vielleicht sind die Leute inspiriert von Pablo Neruda’s (dem berühmten chilenischen Dichter) Liebesgedichten, auf jeden Fall habe ich noch nie so viele verliebte Päärchen gesehen: Da stehen, sitzen oder liegen sie, ob jung oder alt, Hippie oder Banker, mehr oder weniger eng umschlungen, redend, verliebt einander tief in die Augen guckend oder heftig knutschend auf Parkbänken, Rasen, Aussichtsplattformen, Strassencafés usw. So besuchen auch wir das Haus des berühmten Dichters, der einen ganz ausgefallenen Geschmack hatte, vor allem in Verbindung mit Schiffen und dem Meer, und das Haus danach gebaut und eingerichtet hat. Sein Haus liegt im hippen Bellavista-Viertel, wo sich auch viele Bars und Restaurants befinden. Zur Feier des Tages (wir sind seit einem halben Jahr unterwegs) gehen wir am Samstag abend superlecker Essen im schönen Restaurant „Como Agua para Chocolate“. Als wir da um halb neun eintreffen, befinden sich nur zwei drei andere Pärchen (Touris wahrscheinlich) im Restaurant, was sich aber dann gegen halb elf schlagartig ändert, als auch die Einheimischen eintreffen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie spät in Südamerika gegessen wird (wohlgemerkt mit Kindern jeden Alters). Santiago ist sehr sauber, die Bettler kann man an einer Hand abzählen. Armut sieht man in der Stadt nicht (obwohl sie natürlich auch hier ein Problem ist). Glaspaläste reihen sich an grosszügige Avenidas, es werden teure Autos gefahren. Die Frauen seien auch hübscher hier, meint Sascha ;-). Unser Sightseeingprogramm ist sehr light: Flanieren in der Fussgängerzone rund um den Plaza de Armas, ein bisschen shoppen (Sascha hat schon seine Schuhe durchgelaufen), Besuch des Museums für Salvador Allende, Besteigung der zwei Aussichtshügel: Cerro San Cristobal, da hat es ein ein Funicular Bähnli wie früher bei uns auf den Gurten und den kleineren Hügel Cerro Santa Lucia, wo gerade ein Wettbewerb für Rockbands stattfindet. Wir wollen uns noch ein paar Sachen aufsparen für nächsten April, wenn wir zurückkehren um dann von Valparaiso nach Australien zu verschiffen. Hasta luego Santiago! |
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