|
Der Süden Peru’s… Soweit das Auge reicht, gibt’s nur Sand und Wüste. Die Panamericana führt stundenlang durch diese Einöde, kein Grashalm ist zu sehen. In Arequipa stoppen wir für eine Nacht und einen Vormittag zum Sightseeing. Arequipa ist eine schöne Stadt und wir staunen über die modernen Geschäfte. Nach Bolivien ist man sich dies gar nicht mehr gewohnt. Am Abend genehmigen wir uns in einem teureren Restaurant feinen Lokalfood. Sascha isst Chupe de Camarones, das ist eine Art Eintopf mit Flusskrebsen und ich esse Kartoffeln mit Käse überbacken, quasi ein Raclette. Sehr lecker. Unser nächstes Ziel ist der Colca-Canyon, welcher zwei mal so tief wie der Grand Canyon sein soll. Uns zieht es aber vor allem wegen der Kondore dahin. Beim „Cruz del Condor“ sollen die riesigen Vögel jeden Morgen ihre Kreise ziehen. Wir übernachten gleich beim Cruz auf dem Parkplatz, damit wir am nächsten Morgen zu den Ersten gehören. Tatsächlich rauscht um 07.00 h schon der erste Bus an mit einer Ladung Touristen und vor allem mit den Souvenierverkäuferinnen an. Nix wie raus aus den Federn! Wir beziehen Posten in der ersten Reihe. Anderthalb Stunden lassen die Vögel auf sich warten, aber dann fliegen sie uns quasi um die Nase. Teilweise hat man das Gefühl, man brauche nur den Arm auszustrecken, um diese berühren zu können. Ein einmaliges Schauspiel! Bald zieht der Grossteil der Leute ab, nur wir und zwei Frauen bleiben noch bis zehn Uhr da stehen. Und wir werden für unsere Geduld belohnt, noch zweimal zeigen sich die Kondore. Über eine kurvige Schotterstrasse gelangen wir wieder auf die Panamericana zurück. Kurz darauf begegnet uns ein weisser Landcruiser. Dieser dreht und so stoppen wir auch. Es sind Oliver und Ute aus Deutschland. Hier am Strassenrand gesprächlen wir ein bisschen, bevor jeder wieder in seine Richtung weiterfährt. Die Panamericana führt alles der Küste entlang durch trostlose Sandwüste. Um diese Jahreszeit ist es sehr dunstig und so sehen wir nicht gerade viel von der Landschaft. Unser nächstes Ziel heisst Nasca. Hier auf den weiten Sandebenen befinden sich die berühmten Linien, welche soviel Rätsel aufgeben. Maria Reiche hat 50 Jahre ihres Lebens mit dem Studium der Linien verbracht und war der Meinung, dass es sich um einen riesigen astronomischen Kalender handelt. Unser Erich von Däniken hat dazu ja eine ganz andere Theorie und bringt bekannter weise die Linien in den Zusammenhang mit Ausserirdischen. Seine Theorie wird entweder belächelt oder mit einer gewissen Empörung aufgenommen, schliesslich sind die Nasca-Leute stolz auf ihre Vorfahren, die so etwas Grossartiges vollbracht haben. Die beste Sicht hat man von oben und so besteigen auch wir so ein Mini-5-Plätzer Flugzeug. Den Warnungen zufolge haben wir nichts gefrühstückt worum wir während des Fluges sehr froh sind. Es wird uns hundeelend. Die engen Kreise, welcher der Pilot fliegt, bringen die Magennerven ganz schön durcheinander. Ich habe die Hand schon fast ausgestreckt um die Kotztüte zu greifen (es hilft nicht der kotzenden Touristin vor mir zuzugucken) als wir zum Glück landen. Trotzdem war es ein schönes Erlebnis. Drei Figuren können auch von einem Aussichtsturm (welchen Maria Reiche gesponsert hat) besichtigt werden. Hier oben treffen wir auf Gertrud und Reiner aus Deutschland, welche schon ein Jahr unterwegs sind. Am Abend spendieren die zwei mehrere Flaschen leckeren Wein und wir verbringen eine tolle Zeit mit den beiden. Es ist doch auffallend, wie viele Reisende man dieses Jahr trifft. Das bestätigen uns auch immer wieder Langzeitreisende. Scheinbar ist diese Art zu Reisen momentan einfach aktuell und manche sind in Südamerika unterwegs, obwohl sie ursprünglich nach Afrika wollten. Ja und so geht es mit der Reisebekanntschaften gleich weiter. Auf der Strecke nach Abancay-Cusco sehen wir plötzlich hinter einem Felsen einen roten Landcruiser stehen mit einer Schweizerflagge am Fenster. Ich lege den Rückwärtsgang ein und fahre zurück. Es sind Hansruedi und Christine, welche ein Auto von Aldo (Vermietung bei Ernesto’s Garage) für vier Monate gemietet haben. Bei einem Nachtessen in Abancay und Cusco lernen wir die beiden näher kennen. Wir stellen sogar fest, dass wir gleiche Bekannte haben! Die Welt wird immer kleiner. Die beiden sind so lieb und leihen uns ihren Katadyn-filter zum Handpumpen für den Rest der Reise. Was für eine Geste! Merci nochmals euch Beiden. Diesen sollten wir auch in Kürze benutzen und zwar auf dem Inka-Trail…. |
fotoalbum arequipa- nasca | |