12.- 15. August - Von Sucre nach Santa Cruz auf den Spuren Che Guevaras

(Monique)

Das nächste Fernziel heisst Santa Cruz, wo wir uns voraussichtlich mit Jeannette & Frank am 16. August treffen wollen. Beim Routen-Studium entdecken wir auf der Nelles-Karte (die einzige, die wir von Bolivien haben) ein rotes Sternchen: „Che Guevaras final battle“ steht da. Ich muss gestehen, dass ich relativ wenig über Che weiss, irgendwie habe ich ihn immer nur mit Kuba in Verbindung gebracht und auch Sascha ist nicht viel schlauer als ich. In Argentinien wurde er geboren und in Bolivien ist er gestorben, das ist ja interessant, denken wir. Das müssen wir auskundschaften und so steht die Route fest.

Wir ahnen, dass die Fahrt länger dauern könnte und starten frühzeitig. Am Anfang kommen wir zügig voran, bis Tarabucco ist auch eine wunderbare Teerstrasse, schliesslich werden hier am Sonntag hunderte von Touristen hingekarrt für den berühmten Sonntagsmarkt. Heute ist Montag, also gibt’s keinen Markt für uns.

Um 14.45 h verkündet Sascha, dass es gemäss GPS nur noch 50 km Luftlinie bis „La Higuera“ ist. Vorsichtshalber verdoppeln wir diese Zahl auf 100 km und rechnen für diese Strecke mit 3 Std. Es sollte also locker reichen da anzukommen bevor es finster wird. Kurve um Kurve schleichen wir die Berge hoch und runter und es will kein Ende nehmen. Sascha gefällts, er meint, das sei wie ein Tag SEGA Rally 2000… Irgendwann haben wir uns bis 7 km herangekämpft, es ist schon halb sechs. Laut Reiseführer wurde Che auf einem Airfieldstrip begraben, aber wir befinden uns hier in den Bergen, wo soll den hier ein Flughafen sein? Sascha erklärt, dass jetzt bald eine Abzweigung kommen sollte und tatsächlich bald kommt eine Weggabelung an der wir fast vorbeigefahren wären. Ein schlechter Feldweg führt den Berg entlang, unterwegs versichern wir uns immer wieder bei den Leuten am Wegesrand, ob dies wirklich der Weg zu „La Higuera“ sei. Si, si antworten sie und grinsen. Inzwischen geht die Sonne unter. Gerade als es finster wird, fahren wir in ein Dörfchen. Bereits an der ersten Hausfassade prankt Che’s Conterfei und wir wissen, das wir am Ziel sind. Neben der „Escualita„ dürfen wir parkieren und übernachten.

Nach dem Süppli zum Znacht, bemerkt Sascha, dass wir einen Nagel eingefahren haben. Während ich Tee koche, macht er sich in der Finsternis ans Werk den Pneu zu flicken, denn natürlich ist ausgerechnet heute weit und breit keine Gommeria in Sicht.

Am nächsten Morgen führt uns Irma im Dörfchen rum und erzählt wie das damals vor sich ging. Sie war 21 Jahre alt und kann sich noch genau erinnern. Che versteckte sich mit seinen Kumpanen im nahen El Churo 8 Tage bevor er nach La Higuera kam. Hier „überlebte“ er und nur gerade eine halbe Stunde, bis er dann in der Schule erschossen wurde.

Wir fahren weiter nach Valle Grande. Hier im Spital in der Lavanderia wurde Che damals in der Lavanderia aufgebahrt und der Presse vorgeführt (Das stand aber nicht so im Reiseführer...). Auf dem Airstrip wurde er verscharrt. Es ist alles sehr interessant und wir nehmen uns vor, sobald als möglich die Biografie Che’s zu lesen, damit wir auch alle Zusammenhänge kapieren.

Vor Santa Cruz machen wir einen Zwischenhalt in Samaipata, einem gemütlichen Dörfchen, in fester Hand europäischer Einwanderer. Wir nächtigen z.B. im Hotel Landhaus, essen im Café Hamburgo und kaufen in der Bäckerei Gerlinde feine Sachen. Zur gleichen Zeit sind auch Jeannette und Frank hier auf dem Campingplatz. Aber das sollten wir erst in Santa Cruz erfahren, denn hier kam es zum zum grossen CH-Treffen, aber davon lest ihr im nächsten Bericht.

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