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Genau vier Wochen waren wir nun in Argentinien und wenn man so durch ein Land reist, fallen einem so manche Dinge auf und man lernt die Eigenheiten der Bevölkerung, zumindest ansatzweise, ein bisschen kennen. Neben dem Matetrinken, ist momentan das augenfälligste die politische und wirtschaftliche Situation in der sich Argentinien befindet. Wie fast überall auf der Welt wird die Kluft zwischen arm und reich auch hier immer grösser. Der Mittelstand, welcher hier einmal eine grosse Bevölkerungsschicht ausgemacht hat, wird immer kleiner. In den grossen Supermärkten hat es nur wenige Leute, manchmal hatten von 50 Kassen gerade mal 3 offen und auch die waren noch leer. Es werden vor allem argentinische Produkte angeboten, Importwaren sind sehr teuer. Zum Beispiel gelüstete es uns einmal nach anständigem Tee (Kaffee und Tee ergeben hier nur „plaget’s“ Wasser) und wir entdeckten in einem Supermarkt Twiningstee. Eine Schachtel von 25 Teebeuteln kostete 14 Pesos (7 Fr.), zum Vergleich, das Kilo Rindsfilet kostet 7 Pesos. Wenn man sich aber an argentinische Erzeugnisse hält, kann man hier sehr billig leben. Was früher als ein teures Reiseland galt, ist jetzt für uns sehr günstig geworden. Wir konnten unser ursprüngliches Budget von Fr. 100/Tag für 2 Personen locker halbieren, obwohl wir fast immer auf Campingplätzen übernachten haben und recht viel auswärts gegessen haben. Das Spanisch ist sehr lustig ausgesprochen. Auch Sascha hatte am Anfang Mühe mit dem Verstehen. Zum Beispiel wird das Y und das ll als sch ausgesprochen. Cafayate wird normalerweise Cafaiate ausgesprochen, hier Cafaschate oder Desayuno (Morgenessen) Desaschuno, tönt doch richtig süss. Wenn man durch die Gegend fährt, trifft man immer wieder auf Polizeikontrollen. Auf einer Strecke von 100 km wurden wir schon bis zu drei mal angehalten. Die einen wollen den Pass sehen, die anderen die Wagenpapiere. Meistens sind sie aber nur neugierig und wollen wissen woher wir kommen und wohin wir wollen. Obwohl wir wissen, dass Argentinien noch heilig ist, was den Strassenverkehr angeht, sind die Überholmanöver teilweise schon sehr fantasiereich (rechts über Pannenstreifen, hinter einem Car nachfahrend, mit Vorliebe wenn ein Auto entgegenkommt usw.) Ein Lichtproblem haben sie sowieso, entweder sie fahren mit keinem Licht, mit Halbblind oder mit Megascheinwerfern. Gefährlich sind vor allem die suizidgefährdeten Hunde, die sich plötzlich bellend vors Auto stürzen und man muss wirklich aufpassen, dass man so ein Tier nicht überfährt (das erklärt auch warum die meisten Hunde humpeln sieht). Die Argentinier lieben es zu campieren, Parilladas zu veranstalten und zu festen (und das ziemlich lautstark). Sie sind sehr aufgeschlossen und beginnen meist sofort ein Gespräch. Übrigens, wenn sie von ihren eigenen Leuten sprechen können sie zum Beispiel herrlich über die Buenos Airer lästern. Die Kinder und die Lehrer hier tragen in den Schulen weisse Schürzen, das sieht schön herzig aus, wie sie da wie kleine Apothekerli’s auf dem Schulhof rumspazieren. Die Jugend verbringt ihre Freizeit scheinbar am liebsten in den Spielsalons und das fast zu jeder Tag- und Nachtzeit. Macht man den Fehler und geht am Abend in ein Internetcafé (wenn überhaupt ein Platz frei ist) ist man in Gesellschaft von Kids die lautstark am gamen sind. Das sind nur einige kleine Müsterlis über die Argentinier. Auf jeden Fall haben wir vier Superwochen hier verbracht und wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiederkommen gegen Ende Jahr! |
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