29.7 - 2.8.2003 - Von Salta zur bolivianischen Grenze

(Monique)

Einige gemütliche Tage verbringen wir in Salta mit Ilona und Wolf. Aber leider müssen wir weiter, obwohl wir gut noch ein bisschen länger ausgehalten hätten. Wie das bei uns meistens zu gehen pflegt, kommen wir am morgen fast nicht vom Fleck. Da müssen wir noch schnell ins Internetcafé, die heisse Dusche geniessen, ausgiebig zmörgelen, das Auto reisefertig machen, zwischendurch noch ein bisschen mit Wolf und Ilona schwatzen, man könnte sich ja soviel erzählen, und dann geht’s endlich los, aber da müssen wir noch tanken und ins Einkaufszentrum und bis wir „on the road“ sind, ist es Nachmittags um zwei. Dann ist es halt so und wir fahren Richtung San Antonio de los Cobres. In die gleiche Richtung fährt der berühmte Zug „Tren a las Nubes“. Die Strasse kreuzt immer wieder die Geleise, aber heute ist weit und breit kein Zug zu sehen. Es geht wieder einmal bei schönstem Wetter durch herrliche Landschaften (ich wiederhole mich, aber es ist hier im „Nordoeste“ einfach so ;-) über einen 4000 Pass durch den NP de los Andes. San Antonio de los Cobres ist eine hässliche Minenstadt auf fast 4000 m, aber da wollen wir auch nicht hin, sondern zum Viadukt, welches man in Verbindung mit dem „Tren a las Nubes“ immer wieder auf den Fötelis sieht. Schnell haben wir die Attraktion abgeknipst, denn wir müssen weiter, die Sonne ist schon nah am Horizont. Auf 4000m wollen wir nicht übernachten, ich bekomme nämlich schon jetzt Kopfweh und so fahren wir über die RN 40 Richtung Salar Grandes. Wir überlegen, wo wir übernachten könnten, links und rechts zieht sich die Ebene hin, am Horizont sind die Andenketten zu sehen und die dahinter untergehende Sonne. Die Stimmung ist absolut phänomenal, wir vergessen sogar das Fotografieren. Unterwegs überholen wir vier Fahrzeuge, 3 Ivecos und 1 Landcruiser, alle mit römischen Nummernschildern. Im Landcruiser sitzt ein schon ziemlich bejahrter Italiener, der sich mit uns in ziemlich guten Deutsch unterhält. Alle fragen uns, wie weit es noch sei (haben die keine Karten?) ca. 90 km antworten wir. Irgendwann beschliessen wir, weiter zu fahren bis in den nächsten grösseren Ort, auch wenn’s jetzt am Eindunkeln ist, schliesslich ist es ja nicht mehr weit und laut Karte geht die Strasse ziemlich geradeaus. Es dämmert und die Strasse wird schlechter und genau als es finster ist wird die Strasse immer kurviger und auf dem GPS klettert die Höhenangabe nach oben. Scheinbar sind wir gerade daran einen 4000er Pass zu überqueren (unseren 2. heute). Erstaunlicherweise ist ziemlicher Verkehr in dieser Finsternis, es begegnen uns Lastwagen und andere Camper. Sascha fährt konzentriert und ich bestaune den schönsten Sternenhimmel. Nach 2 ½ Std sind wir in Tilcara, wo wir bei der YPF Tankstelle campieren (danke Ilona für den Tipp!). Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass man hier für 100 km immer 2-3 Stunden planen muss und man sich nicht auf die Karte verlassen kann (zumindest auf unsere!).

Tilcara ist ein herziges Städtchen in dem es sich gut verweilen lässt. Am nächsten Morgen dislozieren wir in den schönen Camping Jardin. Wir müssen nämlich heute das mit unseren Autoversicherung erledigen (in Argentinien konnten wir keine abschliessen und wir müssen dies nun über die AUI machen, danke Francis). Um den Antrag ausdrucken, ausfüllen und faxen zu können, brauchen wir einen Drucker, nur hat das Internetcafé keinen. Sascha gibt nicht auf und treibt mit Hilfe des Tourismusbüros den örtlichen Informatiklehrer Jose Cabrera in seinem Haus auf, welcher uns sofort äusserst hilfsbereit die Papiere ausdruckt! Zum Dank gab's dann etwas CH-Schokolade, worüber er sich riesig freute.
Inzwischen sind die Zeltplätze ziemlich bevölkert mit jungen zeltenden Argentinier, die jetzt gerade Ferien haben. Unser Nachbar ist Oscar aus Santa Fé und wir erzählen ihm von unseren ersten Mategenüssen, worauf er uns zu einem Matezeremoniell einlädt (siehe Bericht Matezeremoniell). Er erzählt uns dabei, dass ab heute das Fest "Pachamama" gefeiert wird, das Fest der Mutter Erde. Durch die Strassen ziehen Strassenmusikanten mit ihren Trommeln und Panflöten. Die Musik tönt genau so wie an der Basler Fasnacht! Am nächsten morgen laden wir ihn zum Frühstück ein und verabschieden uns dann von Oscar.

Auf der Strecke zur bolivianischen Grenze machen wir einen Abstecher nach Iruya, im Reiseführer als typisches Bergdorf beschrieben. Auf der Panamericana geht eine Strasse ab und die führt 50 km wieder über einen 4000er Pass ins wunderschöne Iruyatal. Iruya klebt am Berghang und ist ziemlich bevölkert von Travellern (zumeist noch unsere „Lieblingstraveller“, im zerlausten Gammellook). Neben dem Flussbett finden wir ein schönes Plätzli für die heutige Nacht. Heute ist übrigens der 1. August, uhh CH-Nationalfeiertag, das feiern wir mit Spaghetti und einer Flasche Wein und einem anschliessenden Matezeremoniell (wir sind schon richtige Fans).

Am nächsten Tag beginnen wir den Tag mit einem Minimärschli (wieder mal ein bisschen Bewegung tut auch nicht schlecht) durch das Flussbett. Sascha gefällt das anschliessende „Offroaden“ durchs Flussbett (über die Strasse ist ja langweilig) bis es nicht mehr weitergeht und wir halt doch zur Strasse zurück müssen. Wieder auf der Panamericana zurück fahren wir heute noch bis zur Grenze La Quiaca/Villazon, wo wir übernachten bis es dann morgen über die Grenze geht!

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