4.- 6. Juli 2003 - Buenos Aires

(Monique)

In Buenos Aires ist Winter. Das sieht man an den eingemummten Menschen in den Strassen. Uns kommen aber die 15 Grad eher frühlingshaft vor. Wie kalt es im argentinischen Winter werden kann, das sollten wir erst später erfahren.

Zuerst aber zu Buenos Aires. Wir erledigen das „Must See“ Sightseeing-Programm: Casa Rosa, da hat jeweils Evita vom Balkon aus dem Volk zugewunken, den Plaza Mayo 25, hier erinnern die Frauen an ihre verschollenen Söhne und Töchter, ein unrühmliches Kapitel von Argentinien, das San Telmo Quartier, quasi das „Old Buenos Aires“ mit den alten Häusern und den Tangoschuppen, La Boca mit dem Caminito, eine Strasse mit farbig angemalten Häusern, sehr touristisch, der Hafenquai mit den teuren Restaurants, die Einkaufstrassen Florida und Lavalle, den Friedhof Recoleta, da wo Evita Duarte in ewiger Ruhe liegt (wegen Renovierungsarbeiten aber just die nächsten drei Tage geschlossen) und zu guter Letzt die Parkanlagen Buenos Aires. Kilometerweise laufen wir durch die Strassen bis uns die Füsse weh tun, da müssen wir zwischendurch einkehren in eine der unzähligen Cafeterias, wo mir in Anbetracht der vielfältigen Kuchenauswahl das Wasser im Munde zusammenläuft. Sascha hat seine Freude an den Empanadas, die es hier zu 75 Rappen in allen Variationen gibt. Um die Wege ein bisschen abzukürzen, nehmen wir die Metro, in welcher wir uns ins letzte Jahrhundert zurückversetzt fühlen, weil zum Teil immer noch die alten Wagen eingesetzt werden.

Schon am ersten Abend befolgen wir den Rat von Reto und suchen das „El Desnivel“ auf, ein Restaurant mit unsäglichem Ambiente und vor allem unglaublich guten Parillas, das heisst Fleisch in jeder Variation vom Grill. Wir wollen uns etwas gutes leisten und genehmigen uns das Bife de Lomo, das Rindsfilet, ca. 350 gr. für Fr. 4.—! Es ist so lecker, das wir am letzten Abend gleich nochmals hingehen.

Laut Reiseführer sollte natürlich ein Besuch einer Tangovorstellung zum Programm gehören, das lassen wir aber grosszügig weg (man hat das Gefühl, dass nur für die Touristen getanzt wird und in die wirklich authentischen Tangobars findet man als normaler Tourist fast nicht). Statt dessen müssen wir natürlich ins Kino (wer uns kennt wundert das nicht gross). Das Billigkino bietet die Filme sozusagen im Doppelpack an, je Film kostet das Vergnügen gerade mal 1 Fr. Der Ton ist dementsprechend schlecht, so dass wir die spanischen Untertitel zur Verständigung zu Hilfe nehmen müssen.

Obwohl Buenos Aires den Ruf einer sicheren Stadt zunehmend verliert und uns viele Leute Schauergeschichten erzählten, besteht für uns die grösste Gefahr darin, in einen der zahlreichen Hundehaufen zu treten (was wir glücklicherweise vermeiden können).

Nach vier Tagen Grosstadt ist es aber genug und wir wollen endlich „on the Road“ mit unserem Osito.

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