F.A.Q. oder zu deutsch: Häufig gestellte Fragen

(Sascha & Monique)

Was ist mit der Autoversicherung und den Nummernschildern?
Wie geht das mit der Krankenkasse?
Muss man sich abmelden?
Wie finanziert man so eine Reise?
Wie viel Geld braucht man unterwegs?
Wie macht ihr das mit dem Geld?
Wie macht ihr das mit den Papieren?
Braucht man ein Carnet de Passage?
Wie verschiffe ich mein Auto? Lohnt sich das überhaupt?
Was für ein Auto eignet sich?
Schlafmöglichkeit: Im Auto, Hubdach oder Dachzelt?
Wo übernachtet man so?
Sicherheit unterwegs?


Was ist mit der Autoversicherung und den Nummernschildern?

Die schweizerische Autoversicherung deckt normalerweise keine Länder ausserhalb des Mittelmeerraumes. Da nun im Falle einer Reise ausserhalb dieses Gebietes die Deckung entfällt, ist es auch nicht nötig diese weiter zu bezahlen. Da die Versicherung aber zwingend notwendig ist, um Nummernschilder zu haben kann man diese nicht einfach künden/sistieren. Manche Versicherungen erstatten die bezahlten Prämien zurück, wenn man eine Auslandsversicherung nachweist und beweisen kann, dass man tatsächlich weg war. Dies muss bei der Versicherung beantragt und auch in jedem Fall schriftlich bestätigt werden, da diese Abmachung sonst nichtig ist.

Am einfachsten ist es, von seinen Nummernschildern Duplikate zu erstellen und diese am Fahrzeug anstelle der originalen Schilder zu installieren. Dies ist auch aus Diebstahlgründen sinnvoll und falls die Polizei im Ausland die Schilder konfisziert, wegen einer Verkehrsübertretung oder irgendwelchen Problemen, kann man einfach wieder neue hinmachen. Wichtig ist, dass man die Duplikate nicht im EU Raum, vor allem aber nicht in der Schweiz montiert, sonst gibt's Ärger. Wenn man nun aus dem EU Raum heraus ist, kann man die Originalschilder getrost nach Hause schicken und/oder beim Strassenverkehrsamt deponieren lassen, damit man keine Strassenverkehrsabgaben bezahlen muss und auch die Versicherungsprämien entfallen.

Rechtzeitig vor der Rückkehr müssen dann die Schilder wieder gelöst werden und bei der Einreise nach Europa montiert sein. Es kann sein, dass das Strassenverkehrsamt nach einem Jahr fragt, ob man die Nummern weiterhin reserviert haben will, da sie ansonsten neu vergeben werden. Diesen Brief muss man dann natürlich beantworten und die Schilderreservation verlängern (evtl. Vollmacht für Familienmitglied machen), da sonst der Fahrzeugausweis ungültig wird und zur Neueinlösung des Autos eine vorgängige Inspektion fällig würde.

Für den Amerikanischen Kontinent (Nord und Süd) gibt es verschiedene Anbieter von Autoversicherungen, welche man am besten vor der Abreise bereits abschliesst. Es kann unter Umständen sehr schwierig sein, in den Bestimmungsländern eine Versicherung für ein ausländisches Auto zu kriegen. Es gibt zwar Anbieter, die zu aber finden ist nicht immer leicht und oft sind nur wenige Länder inbegriffen, was in Südamerika mühsam werden kann.

Wir hatten für Südamerika folgende Versicherung abgeschlossen, die Kosten für eine Auto Haftpflicht sind bei ca. 60.- USD pro Monat:

AMERICAN INTERNATIONAL UNDERWRITERS
K.H.Nowag Versicherungen
Rieslingstr.40
D-65207 Wiesbaden

Tel:.(+49) 6122 - 15646

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Wie geht das mit der Krankenkasse?

Die Krankenkasse in der Schweiz kostet viel Geld, weshalb es sinnvoll ist, diese für die Dauer der Reise ruhen zu lassen und während dieser Zeit eine Reiseversicherung abzuschliessen. Diese ist schon ab knapp 30 Euro pro Monat erhältlich und deckt wirklich alles hervorragend ab. Die Versicherung kostet also mit 360 Euro im Jahr weniger als zwei Monatsprämien in der Schweiz und ist besser gedeckt als mit der Schweizer Grundversicherung!

Damit die Krankenkasse in der Schweiz gekündigt und die Zusatzversicherung sistiert werden können (in manchen Fällen sinnvoll), muss man sich bei der Gemeinde offiziell abmelden und mit einer Bestätigung von der Gemeinde bei der Krankenversicherung vorsprechen.

Diese Versicherung haben wir abgeschlossen und wurde uns von anderen Reisenden empfohlen. Sie kann maximal für die Dauer von zwölf Monate abgeschlossen werden. Danach kann man einfach wieder für zwölf Monate erneuern. Inzwischen haben wir "First Class", was nur ein paar Euro mehr kostet.

SITE OHG
Group of International Insurance Brokers
Obere Wilhelmstrasse 29
53225 Bonn

Tel.: (+49) 228 - 40062 - 0
Fax: (+49) 228 - 40062 - 22

Email: office@site-insurance.com
Website: www.site-insurance.com

Eine weitere Variante einen Versicherungsschutz abzuschliessen, über die Partnerorganisation Hostelworld.

Website: www.insureandtravel.com

Dort kann man auch bequem per Kreditkarte bezahlen.

Wir kriegen immer wieder Anfragen, ob diese Versicherung denn seriös sei. Sie ist ja so billig, da muss was faul sein. Nun, wenn Ihr lieber den Schweizer Versicherern viel Geld in den Rachen werfen wollt, gerne. Vielleicht kann es sein, dass wir in der Schweiz einfach zuviel bezahlen... ausserdem ist keine Schweizer Krankenversicherung dazu verpflichtet eine abgemeldete Person zu versichern!

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Muss man sich Abmelden?

Wenn man für längere Zeit auf Reisen geht, ist es sinnvoll sich abzumelden. Man kann erstens die Steuern definitiv abrechnen, zweitens die Krankenkasse abmelden und drittens hat man so keine Verpflichtungen zu Hause (z.B. Stimmen zählen, Feuerwehr, etc.).

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Wie finanziert man so eine Reise?

Wie wär's mit sparen? So haben wir es auf alle Fälle gemacht ;-)

Wie man spart? Das kommt natürlich sehr auf das Einkommen an. Das kann von Nicht-den-neuen-BMW kaufen bis zum Geschenk-Papier-Recycling gehen. Hier einige Ideen wie wir es geschafft haben:

  • Autos verkauft und auf den öffentlichen Verkehr umgestellt
  • günstige Wohnung
  • Ferien nur noch billig mit dem Camper
  • keine neuen Anschaffungen, wie neues Velo usw.
  • Kulturprogramm gekürzt (Kino, Theater, Ausgang allgemein)
  • keine teuren Labelklamotten gekauft (selbst H&M hat Monique drastisch gekürzt)
  • nicht teuer Essen gehen (Freunde einladen und irgend ein raffiniertes Pastarezept kochen, das kommt sehr gut an… den Wein bringen lassen ;-))
  • Food: Nicht teure Halbfertigprodukte kaufen
  • usw. Sparen halt.

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Wie viel Geld braucht man unterwegs?

Hängt vom Lebenswandel und der Reiseart ab. In Südamerika brauchten wir im Schnitt ca. SFr. 25.- pro Tag und Peson. Als realistische Grösse kann man etwa SFr. 2000.- pro Monat für zwei Personen rechnen, damit kommen die meisten Leute durch. In USA und Australien wird’s vielleicht etwas mehr, in Afrika oder Asien weniger. Dazu kommen die Reisekosten zu und weg vom Reiseziel (Flüge, Verschiffung) und Sonderposten wie z.B. Tauchausflüge oder organisierte Touren.

-> siehe Statistik

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Wie macht ihr das mit dem Geld?

Wir haben die EC-Karte (Maestro) dabei. Mit dieser kann man an sehr vielen Geldautomaten Geld rauslassen. Zusätzlich haben wir Kreditkarten dabei: Visa und Mastercard, welche wir aber selten brauchen. Manche bezahlen damit aber im Supermarkt oder beim Tanken. Bei manchen Kreditanstalten sind ja noch Versicherungen dabei und so weiter. Es lohnt sich sicher zu prüfen, wie man am wenigsten Kommissionsgebühren bezahlen muss. Die EC-Karte eignet sich zum Bargeldbezug, die Kreditkarte zum Bezahlen.
Zusätzlich haben wir Travellerchecks dabei. Aber die will eigentlich niemand nehmen und die Kommissionen sind ja horrend. Sie sind also nur für den Notfall gedacht. Es lohnt sich sicher, E-Banking zu machen, weil man so immer einen Überblick über die Konten hat. Auch ist es für grössere Zahlungen sehr nützlich, da man direkt im Internet eine Banküberweisung machen kann (wir haben so z.B. die Verschiffung nach Australien und die Galapagostour bezahlt).
Bargeld besorgen wir dann meisten für etwa zehn Reisetage, oder immer wenn man damit rechnen muss, dass es in der nächsten Zeit keine Automaten gibt. Auf der Website von Mastercard gibt es einen ATM-Locator (Verzeichnis der Geldautomaten), wo weltweit angezeigt werden kann, wo sich der nächste Geldautomat befindet. Sehr nützlich.

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Wie macht Ihr das mit den Papieren?

Alle Papiere haben wir kopiert und Duplikate davon in der Schweiz gelassen und einen Satz im Auto versteckt. Eine schöne Farbfotokopie der Ausweise ist sicher auch nicht schlecht. Auf die Ausweise kommen keine Stempel. Man könnte also auch laminieren. Ein Stempelset ist hilfreich, wenn mal ein Stempel fehlt, ein kleiner Drucker ist auch gut, wenn mal ein ganzes Dokument fehlt. Oder im nächsten Internetcafe kann meistens auch gedruckt werden. ;-)

In Südamerika gilt zusätzlich folgendes (macht das bloss nicht in den USA!!!):
Bei einer Polizeikontrolle geben wir zuerst immer nur den internationalen Fahrausweis, den können sie im Notfall behalten. Nie alle Dokumente auf einmal herausgeben, zuerst den Internationalen Führerschein, dann nachfragen was los ist und dann am besten nur Kopien der weiteren Papiere herausgeben. Wenn Euch jemand abzocken will, dann wollen sie zuerst immer alle Ausweise sehen, erklären dann erst das angebliche Vergehen und drohen damit die Ausweise zu beschlagnahmen, bis bezahlt wird. Nur nicht zuviel Respekt vor der Polizei ;-) Jeder Reisende hat seine eigene Story von korrupten Polizisten. Die meisten zahlen nur 1x und dann nie mehr! Hilfreich ist, wenn man plötzlich gar kein spanisch versteht und dem Polizisten höflich auf Deutsch erklärt, dass man leider gar nichts verstehe. Was wollen sie schon machen? Fröhlich winken und weiterfahren.

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Braucht man ein Carnet de Passage?

In Südamerika braucht man es nur für Ecuador. Alle anderen Länder verlangen es nicht, Brasilien akzeptiert es nicht einmal. Manche Zöllner verlangen das Carnet de Passage, weil sie wissen, dass Europäer oft eines haben und sie zu faul sind die Zollformulare selber auszufüllen. Ein klares "No" reicht, und schon schreiben sie. In Australien wird es verlangt. Für Afrika und Asien wird es wahrscheinlich auch benötigt. Zu kriegen ist es beim Automobilclub (TCS, ACS, ADAC, ÖAMTC), gegen Hinterlegung einer Kaution oder Bankgarantie.

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Wie verschiffe ich mein Auto? Lohnt sich das überhaupt?

Am billigsten ist wohl RoRo (Roll on, Roll off). Gleichzeitig ist das aber auch die unsicherste Verschiffungsform. Wenn man, wie in unserem Fall, von Hamburg nach Buenos Aires verschifft und gleich mitfährt (Grimaldi Freighter Cruises), dann kann man zwischendurch ein Auge aufs Auto werfen und die Chance, dass die Kiste heil ankommt steigt. Da diese Transportschiffe aber häufig Häfen anlaufen, wo die zustände eher chaotisch sind, kommt es oft vor, dass so ein Reisemobil aufgebrochen und ausgeräumt wird. Manchmal schrauben sie auch Teile des Autos ab. Wenn man also unbeaufsichtigt mit RoRo verschifft, sollte man sein Auto komplett verbarrikadieren und alles, was nicht Niet- und Nagelfest ist, sicher verstauen. Strecken wie Hamburg – Halifax sind nicht so problematisch, aber sicher ist sicher. Ist man dabei, ist es sinnvoll alle Wertsachen in der Kabine zu haben und sicher zu gehen, dass das Auto in einem sicheren Bereich des Schiffes untergebracht wird und nicht neben den Afrikaexporten steht.

Mit dem Container kann man deutlich sicherer, aber auch deutlich teurer verschiffen. Die Kosten sind sehr schwankend und undurchsichtig. Neben dem Frachttarif für den Container (irgendwo zwischen 500-5000 USD) kommen immer noch Gebühren im Start- und Zielhafen dazu, welche als Verlade-, Hafen-, Entlade-, Zoll-, Agenten-, Reinigungs- und Fantasiegebühren ausgewiesen werden. Das fängt meist bei ca. 500 USD an und kann weit über 1000 USD gehen.

Die komplette Verschiffung mit allem drum und dran von Chile nach Australien hat uns fast 4500.- USD gekostet, da die Nachfrage leider grösser ist als das Angebot. Dazu müssen noch die Flüge und das Warten vor Ort addiert werden. Da unser Schiff sieben Tage Verspätung hatte und die ganzen Formalitäten (Transport, Quarantäne, Zoll, etc.) auch über eine Woche dauern, kann das ganz schön teuer werden.

Für die Überfahrt nach Südamerika haben wir komplett für zwei Personen und ein Auto 3250.- Euro bezahlt, ein Monat All-inclusive Frachtschiffreise ans Reiseziel. Hamburg rein, Buenos Aires raus, Zoll dauerte etwa 30 Minuten und wurde an Bord erledigt. Zurück würde es etwa gleich viel kosten. Dies lohnt sich auf jeden Fall!

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Was für ein Auto eignet sich?

Je robuster und simpler das Auto aufgebaut ist, desto weniger geht kaputt und desto einfacher wird es sein, einen eventuellen Schaden zu reparieren. Es liegt aber vor allem an der Fahrweise und der geplanten Reiseroute, ob die Karre das lange mitmacht. Ein Toyota Landcruiser ist auch kaputt zu kriegen, aber hält sicher mehr aus als ein Renault Kangoo. Es gibt Leute, die sind mit dem Trabbi unterwegs, andere haben eine 4x4 LKW von MAN und die nächsten fräsen mit dem VW Bus ohne 4x4 überall durch, wo wir uns nie hintrauen würden.

Verlasst Euch nicht darauf, dass Ersatzteile überall zu kaufen sind, weil man einen Mercedes oder Toyota hat. Die Hersteller haben für die verschiedenen Märkte oft Unterschiede bei den Modellreihen, wie z.B. andere Motoren, andere Getriebe, so dass die vor Ort erhältlichen Teile gar nicht passen. Oft muss improvisiert oder importiert werden. In Südamerika findet man den Toyota Land Cruiser zum Beispiel praktisch nicht in Argentinien und Chile. Ersatzteile dafür gibt's eigentlich keine vor Ort. Es ist zwar ratsam eine gängige Marke zu wählen, welche weltweit verkauft wird, z.B. Land Rover, Mercedes, Nissan, Toyota oder VW, aber oft gibt es dann genau das Modell, welches man fährt in dem Land nicht in dieser Form. Die Mechaniker sind meist kreativ, haben aber oft eigentlich keine Ahnung noch passendes Werkzeug und doch kriegen sie alles irgendwie wieder hin, so dass man weiterfahren kann.

Lass Euch nicht entmutigen, es muss kein Panzer sein. Wichtig ist, dass man gemütlich im Auto leben kann und dass die Kiste zuverlässig ist. Dieselmotor und grosse Bodenfreiheit sind grosse Pluspunkte.

Die meisten Reiseziele sind über Teer oder einigermassen gute Schotterpisten zu erreichen, ohne dass man einen Geländewagen braucht. Die Wahl der Reisezeit ist auch von zentraler Bedeutung, da Schlammpisten in der Trockenzeit wohl nicht so oft anzutreffen sind. Auch ist viel von dem von "Off Road Spezialisten" angebotene Zeug einfach unnötig oder sogar unbrauchbar. Spart Euer Geld für die Reise, kauft nur, was Ihr als wirklich wichtig empfindet.

"Da wo man nicht reingeht, muss man auch nicht wieder raus..."

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Schlafmöglichkeit: Im Auto, Hubdach oder Dachzelt?

Wenn man nicht ein Wohnmobil mit Komplettausbau besitzt, stellt sich natürlich die Frage, wie man sein Auto schlaftauglich macht. Bei einem VW Bus ist das kein Problem, bei einem Land Cruiser sind die Platzverhältnisse eher begrenzt.

Die gängigsten Varianten bei einem Geländewagen sind:

  • Schlafplatz im Innenraum (Bett machen, schlafen, man kann nicht stehen)
  • Hubdach (Dach rauf, oben oder unten schlafen, Stehhöhe im Auto wenn Dach oben ist)
  • Hochdach (immer Stehhöhe, oben oder unten schlafen)
  • Dachzelt (raus aus dem Auto, hochklettern)

Wir schlafen im Auto drin. Das Bett ist ziemlich schmal, 1,05m, weil auf der rechten Seite der 40 cm tiefe Kasten ist. Man muss sich also ganz doll liebhaben (muss man sowieso, wenn man bedenkt, dass man 24 Std. am Tag zusammen ist). Der Vorteil ist aber, dass man sich völlig unauffällig irgendwo hinstellen kann und niemand sieht, dass da jemand schläft (wie gesagt wir haben Verdunklungsvorhänge). Auch hat uns der patagonische Wind so nie gestört, weil unser Auto zu wenig Angriffsfläche bot. Aus heutiger Sicht, würden wir wahrscheinlich zu einem Aufstelldach tendieren, mit der Möglichkeit auch unten zu schlafen. Ein Aufstelldach guter Qualität ist teuer, beim Toyota Land Cruiser meist so um die SFr. 7000.-, da können wir viele Male ins Hotel. Ein Dachzelt ist vielleicht in Afrika oder Australien toll, in Südamerika definitiv nicht. Ein Hochdach ist das tollste, aber dann wird das Auto sehr hoch, was bei der Verschiffung eventuell nachteilig ist.

Als Faustregel gilt: Jedem Tierchen sein Pläsierchen…

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Wo übernachtet man so?

Das kommt ganz auf die Vorlieben und das Fahrzeug an. Wir haben in Südamerika meist auf Campingplätzen übernachtet, weil:

  • man sich da keine Gedanken über die Sicherheit zu machen braucht
  • meist eine Dusche oder zumindest fliessendes Wasser vorhanden ist
  • viele Plätze mit Tisch und Stühlen und Grillstellen ausgestattet sind
  • man da mit Leuten in Kontakt kommt. Campingplatzbesitzer, Einheimische oder andere Traveller

Wenn kein Campingplatz vorhanden ist, muss was anderes her. Tankstellen sind meist sichere Plätze, wo oft auch sanitäre Anlagen vorhanden sind. Manchmal kann man auf Hotelparkplätzen stehen, muss aber meistens mit den Besitzern ein bisschen verhandeln, da sie oft nicht verstehen, warum man kein Zimmer will. Bewachte Parkplätze sind in den Städten manchmal auch Orte wo man stehen kann, einfach fragen. Wenn man irgendwo im Grünen ist, kann man eigentlich meistens unbesorgt abseits der Hauptstrassen stehen, man muss sich vergewissern, dass man von der Strasse aus nicht gesehen wird, dann gibt's eigentlich auch keine Probleme. Wenn man unsicher ist, fragt man am besten bei der Polizei oder der einheimischen Bevölkerung nach, wo man sich vielleicht hinstellen könnte. Meistens findet man dann einen Platz oder die Leute bieten einem an, auf ihrem Grundstück zu stehen. Man ist erstaunt, wie hilfsbereit die Menschen sind.

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Sicherheit unterwegs?

Ja, ja, die Sicherheit... das hat auch uns im Vorfeld ziemlich viel Bauchweh verursacht. Man hört allerlei Horrorstories von wegen Kidnapping und allem Möglichen. Alles Angstmacherei. Jeder kennt jemanden, welcher von einem gehört hat, wie diesem ein anderer erzählte, dass dessen Freund einen Bekannten hat, welcher irgendwo im Busch von wahnsinnigen Wilden seines Gehirns beraubt wurde.

Natürlich kommt es auf die Länder an, welche Ihr bereisen möchtet. Wir können Euch beruhigen, was Chile und Argentinien anbelangt, so ist das Reisen hier auf Berndeutsch gesagt "gägi eifach" was so viel heisst, wie ein "Kinderspiel". Peru und Bolivien sind nicht gefährlicher als jeder Touristenort in Frankreich. Wir sind inzwischen überzeugt, dass die Gefahr bestohlen zu werden in Südamerika (da wo wir waren) eigentlich nicht grösser ist als in Italien oder Südfrankreich. Leichtsinn wird auch hier bestraft (meistens, siehe Reisebericht 31).

Überall auf der Welt gilt:

  • Pass, Bargeld und Kreditkarten stets auf sich tragen, wenn man das Auto verlässt (Bauchgurt).
  • Nichts für Diebesaugen Interessantes herumliegen lassen, nichts in "Griffnähe" der Türen lassen.
  • Wir haben blickdichte Vorhänge hinten, so dass niemand hinein sehen kann.

Wenn Ihr viele wertvolle Gegenstände dabei habt (Laptop, GPS, Fotoausrüstung, etc.), lohnt sich eventuell der Abschluss einer erweiterten Hausratversicherung. In unserem Fall wurden die Diebstahlschäden anstandslos beglichen.

Dass gleich das ganze Auto wegkommt ist doch eher unwahrscheinlich. Man kann das Auto relativ gut sichern. Es gibt da verschiedene Methoden:

  • MulTLock (Schloss zum arretieren des Schalthebels im Rückwärtsgang)
  • Sichtbare zusätzliche Türschlösser aussen
  • Alarmanlage (damit man selber hört, wenn jemand am Auto fummelt, schreckt aber leider nicht ab)
  • Wegfahrsperren
  • Auto immer auf bewachten Parkplätzen parkieren (die zwei Fränkli Parkgebühr lohnen sich) oder in Sicht-, Hör- und Reichweite (z.B. vor einem Restaurant).
  • Wenn Kids versprechen sie passen auf das Auto auf, gewähren lassen, die meisten schauen wirklich, aber danach nicht zu viel Trinkgeld, besser Esswaren, geben.

Wie bei allem, wenn man der Dieb genug Zeit hat und niemand einschreitet, dann kann man jedes Auto klauen…

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